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Diskussion zur Smart City Jena

Auf unserer letztjährigen Weihnachtsfeier besuchte uns unter anderem Bastian Stein, Stadtrat für die Jenaer Grünen. Er will sich mit dem Thema Digitalisierung und Smart City ein wenig auseinandersetzen und sprach uns darauf an. Wir organisierten am 10. Januar im Krautspace daraufhin eine Runde, um das Thema zu diskutieren.

Bastian erzählte uns, wo nach seiner Ansicht die Stadt derzeit steht. Er identifizierte dabei vier Gebiete:

  1. IT-Strategie der Stadt Jena 2015–2025: Das Dokument besteht u.a. aus 16 Zielen, über die nachgedacht wird. Fünf befinden sich in der konkreten Umsetzung:
    1. Elektronische Aktenführung
    2. eGovernment-Portal
    3. Neuauflage der Webseite der Stadt
    4. Wissensmanagement
    5. Offene Daten: Dies ist mit https://opendata.jena.de/ bereits umgesetzt.
  2. App für die Bürgerinen und Bürger der Stadt Jena
  3. Wettbewerb Digitale.Stadt der Bitkom
  4. IT-Wirtschaft und deren Förderung

Wir diskutierten eine Weile über die Möglichkeiten der App. Während die Überlegungen eher in die Richtungen gehen, mit diversen Geschäften Rabatte für die App-Besitzer auszuhandeln, waren die Diskutanten eher der Meinung, dass es anderer Eigenschaften bedarf. So wurden Abfall- und Veranstaltungskalender oder Zugriff auf Informationen des ÖPNV als wichtige Punkte genannt. Aber auch ein einfacher Zugriff auf die Bürgerservices der Stadt Jena würden die App zu einem echten Mehrwert werden lassen.

Einen weiteren großen Teil der Diskussion nahm der Wettbewerb der Bitkom ein. Laut der Webseite muss eine Stadt folgende Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllen:

  • 100.000 – 150.000 (+/-) Einwohner
  • Städtische Prägung
  • Gute infrastrukturelle Anbindung
  • Hochschule (vor Ort oder in Nachbarschaft)

Ein Blick auf die Liste der Großstädte in Deutschland zeigt, dass Jena die einzige Stadt im Osten ist, die das erste Kriterium erfüllt. Weiterhin hat die Stadt zwei Hochschulen und Anbindung an die Bahn, das Fernbusnetz, Autobahnen etc. Aus unserer Sicht erfüllt Jena als alle vier Bedingungen. Damit könnte sich die Stadt bewerben. Aber auch insgesamt gibt es derzeit nur 11 Städte in Deutschland, die laut Wikidata die Kriterien im Ansatz erfüllen.

Sollte die Stadt den Wettbewerb gewinnen, so verpflichten sich die Sponsoren, Leistungen für die nächsten zwei Jahre pro bono zu erbringen. Das heißt also, Jena zahlt hierfür kein Geld. Schaut man sich die Bausteine an, so entsteht schon der Eindruck, als ob die betreffenden Unternehmen ihre Lösungen weitergeben wollen. In der Runde wurde auch die Befürchtung geäußert, dass die Unternehmen dies als Einstieg nutzen wollen, um die Leistungen dann weiterzubetreiben. Diese Betrachtungen sind allerdings auch schon seitens der Stadt gemacht worden und fließen mit in die Gesamtbewertung ein.

Für uns waren auch die Punkte Datenschutz und -sicherheit (bei verschiedenen Projekten) sowie offene Daten wichtig. Gerade mit Blick auf das eventuell einzuführende Transparenzgesetz wäre es schön, wenn die Stadt von vorn herein auf offene Datenformate setzt, die den Austausch erleichtern.

Wir möchten gern mit den städtischen Akteuren im Gespräch bleiben und wollen unseren Raum anbieten, um hier weitere Gespräche zur Digitalisierung zu organisieren. Gleichzeitig danken wir Bastian Stein, den Vertretern der Stadt und allen Teilnehmern für die rege und aufschlussreiche Diskussion.

Update: Die OTZ schreibt heute, dass Jena digitale Stadt sein will und sich bei dem Bitkom-Wettbewerb bewirbt. Siehe auch Jena.de: Jena will digitale Stadt werden

blog/content/diskussion_zur_smart_city_jena.txt · Zuletzt geändert: 2017/01/13 22:38 von qbi